Internationale Freiwilligendienste fur unterschiedliche Lebensphasen

IFL

IFL (internationaler Freiwilligendienst): Neue Formen des freiwilligen Engagements für alle Altersgruppen.

Internationale Freiwilligendienste

Ziele des IFL: Gesellschaft Impulse geben, Menschen mobilisieren, Solidarität und Zivilcourage zu einer Selbstverständlichkeit machen.

generationsübergreifend Freiwilligendienst für Ältere / Senioren

generationsübergreifend Ausrichtung: wo in den üblichen Formen der Freiwilligendienst die Altersgruppen für gewöhnlich unter sich bleiben und stets die junge Generation überwiegt, steht dieser Dienst Menschen in unterschiedlichen Lebensphasen offen.

Ausland freiwillig Arbeiten / freiwilliges Engagement

Die Freiwilligen können sich weltweit (derzeit in 28 Ländern) engagieren – ob für Frieden und Menschenrechte, für Gesundheit, Kultur und Bildung, für soziale Gerechtigkeit, Integration oder den Schutz der Natur.

Sabbatjahr, Sabbatical

Wer sich für ein konkretes Projekt interessiert, sollte sich mit den entsendenden Organisationen selbst in Verbindung setzen, ebenso bei Fragen zur Finanzierung, zur Versicherung, zur Vor- und Nachbereitung etc. Bewerbungsunterlagen sollten einige Angaben zur Person (Alter, Ausbildung, Erfahrungen etc.), eine Beschreibung Ihrer Vorstellungen (Dauer des Dienstes, Tätigkeitsfeld, Land etc.) sowie ein kurzes Motivationsschreiben enthalten.

Konzept und Ziele

Der „Internationale Freiwilligendienst für unterschiedliche Lebensphasen“ (IFL) ist Bestandteil des Bundesmodellprogramms „Generationsübergreifende Freiwilligendienste“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ). Dieses geht auf Empfehlungen der Kommission „Impulse für die Zivilgesellschaft“ zurück und möchte Menschen aller Altersgruppen für freiwilliges Engagement gewinnen und zusammenführen. Träger des Projekts ist ein Verbund von Organisationen aus dem Bereich der internationalen Personalentsendung mit dem Arbeitskreis "Lernen und Helfen in Übersee" (AKLHÜ) als koordinierende Stelle. Das Modellvorhaben hat eine Projektlaufzeit von 3 Jahren. Mitte 2005 wurden die ersten Freiwilligen im Rahmen des IFL entsendet.

Generationen zusammenführen

Der IFL setzt sich zum Ziel, mehr Menschen den Zugang zum Freiwilligendienst zu eröffnen und die beteiligten Freiwilligenorganisationen bei der Auseinandersetzung mit dem Generationsaspekt zu fördern. In der Umsetzung kann dieser Generationsaspekt verschiedene Formen annehmen. Der IFL ist:

  • generationsbezogen (der/die Freiwillige begegnet und hilft am Einsatzort der anderen Generation)
  • generationsübergreifend oder -offen (das Projekt ist darauf ausgerichtet, dass sich Freiwillige mehrerer Generationen beteiligen müssen oder können)
  • intergenerativ (Freiwillige unterschiedlicher Generationen arbeiten gemeinsam im Team)

Bislang überwiegt in den Freiwilligendiensten die Altersklasse der 18-27-jährigen. Besonders im Hinblick auf die demographische Entwicklung unserer Gesellschaft ist es jedoch sinnvoll, auch die mittlere und ältere Generation für soziales Engagement zu gewinnen. Der IFL möchte diesen bisher zu wenig beachteten Teil der Bevölkerung mit seinen Ressourcen und Potenzialen stärker mobilisieren und einbinden. Menschen ab 30 können damit ganz neue Wege und Perspektiven eröffnet werden.

Impulse für die Zivilgesellschaft

Die Vorgabe des Bundesministeriums ist es, durch die generationsübergreifenden Projekte unserer Gesellschaft neue Impulse zu geben. Der IFL mit seiner internationalen Ausrichtung kann dies in besonderer Weise leisten. Menschen, die sich für längere Zeit in einem fremden Land aufhalten, entwickeln für gewöhnlich ein vertieftes interkulturelles Verständnis und sind verstärkt um Ausgleich bemüht. Untersuchungen haben nachgewiesen, dass sie nach ihrer Rückkehr ein überdurchschnittlich hohes Maß an Engagement im sozialen und kulturellen Bereich an den Tag legen. Ihre im Ausland erworbenen sozialen und interkulturellen Kompetenzen lassen sie im Nachhinein gewissermaßen zu „Entwicklungshelfern“ im eigenen Land werden. Während ihres Auslandsaufenthalts wiederum fungieren sie als Botschafter ihres Heimatlandes und sorgen auch auf diese Weise für interkulturellen Dialog und Solidarität in der Einen Welt. Auch die finanzielle Unterstützung der Freiwilligen durch so genannte Solidaritäts- oder Unterstützerkreise, d.h. durch monatliche Geldspenden aus dem heimatlichen Umfeld des Freiwilligen, wirkt positiv auf die Gesellschaft zu Hause zurück. Denn die Freiwilligen im Einsatz informieren ihre Förderer regelmäßig über Rundbriefe und bieten nach ihrer Rückkehr z.B. Dia-Abende oder kleine Vorträge in Form von Erfahrungsberichten an. So wird auch im Inland das Interesse an anderen Lebensformen und gemeinnützigem Engagement geweckt, die eigene Sichtweise relativiert und ein Wissens- und Wertetransfer zwischen den Kulturen gefördert. (Mehr dazu unter Mitmachen

Lebenslanges Lernen

Der IFL-Verbund nimmt diesen Bildungsauftrag ernst, indem er die Auslandsaufenthalte als Solidaritäts- und Lerndienste konzipiert. Die Freiwilligen werden vorher, währenddessen und nachher betreut und nehmen an verschiedenen Veranstaltungen teil. Damit wird ihnen geholfen, das Gesehene und Erlebte besser zu verstehen und zu verarbeiten. In einem Vorbereitungsseminar werden sie in die Kultur und Arbeit am Einsatzort eingeführt. Hier werden auch Fragen geklärt, Probleme besprochen, Hinweise gegeben. Während seiner Zeit im Ausland hat der Freiwillige persönliche Ansprechpartner vor Ort und bei der Entsendeorganisation in Deutschland. Auch in dieser Zeit finden Workshops oder andere Maßnahmen zur Begleitung statt. Nach seiner Rückkehr besucht er abschließend eine Nachbereitungsveranstaltung, um Erfahrungen aufzuarbeiten und mit den anderen auszutauschen.

Evaluierung und wissenschaftliche Begleitung

Das Projekt wird wissenschaftlich begleitet vom Zentrum für zivilgesellschaftliche Entwicklung (ZZE) der EFH Freiburg. Zum einen führte das ZZE eine Evaluierung des gesamten Modellprogramms ("Generationsübergreifende Freiwilligendienste") durch, um die inhaltliche Entwicklung der 50 Projekte des Programms zu beobachten und zu bewerten und Anregungen zu erhalten, wie Freiwilligendienste in Deutschland zukunftsfähig ausgebaut werden können. Zum anderen ermöglichte das Ministerium eine trägerspezifische Zusatzevaluation des IFL-Projekts durch das ZZE, um den besonderen Umständen, die bei internationalen Freiwilligendiensten vorliegen, gerecht zu werden. In beiden Evaluationen wurde überprüft, inwieweit die gesteckten Ziele erreicht wurden und welche Probleme auf welche Weise vermieden werden können, um ggf. die Rahmenbedingungen anzupassen.

Gender Mainstreaming

Gender Mainstreaming ist eines der Leitprinzipien des Projekts. Handlungsmaxime ist die Durchsetzung von Geschlechtergerechtigkeit und Geschlechterdemokratie. Im gesamten Projektablauf, von der Planung bis zur Auswertung, sowie in allen Entscheidungsprozessen werden die spezifischen Belange von Männern und Frauen berücksichtigt.